Eumavia Lovaniensis

Studentische Traditionen

Als Studentenverbindung pflegt die Eumavia zahlreiche studentische Traditionen. Dabei hat sie den ursprünglich deutschen Studententraditionen (Farben, Wappen, Bierzirkel, Rezeption von Neuankömmlingen und Kneipkultur) auch belgische beziehungsweise wallonische Eigenarten beigefügt (Studententaufe, Calotte und Coronae).

Übersicht
Das Wappen der Eumavia Lovaniensis

Farben & Wappen

Die Farben der Eumavia sind Grün-Weiß-Rot. Sie sind den Stadtwappenfarben der drei Städte Ostbelgiens entnommen: Malmedy (grün), Sankt Vith (weiß) und Eupen (rot). Grün wurde zur Grundfarbe der Eumavia, da die Gründungsidee von einem Malmedyer Studenten, Max Maréchal, gekommen war.

Die Stadtwappen der drei Städte sind ebenfalls Teil des Eumaviawappens. So erkennt man oben rechts das Wappen der Stadt Eupen. Unten links befindet sich das Sankt Vither Wappen, unten rechts das der Stadt Malmedy. Die Eumaviafarben mit dem Bierzirkel der Vereinigung, dem Craescat, erkennt man oben links. In der Mitte ist die Schutzpatronin der Katholischen Universität Löwens, die Alma Mater, abgebildet.

Der Bierzirkel (Craescat) der Eumavia

Bierzirkel

Im Bierzirkel der Vereinigung, auch „Craescat“ genannt, erkennt man in geschwungenen Linien die Buchstaben E (für Eumavia) und L (für Lovaniensis). Enthalten sind auch die Anfangsbuchstaben der weiteren Wörter des lateinischen Wahlspruchs der Verbindung: „Ut semper vivat, craescat et floreat Eumavia Lovaniensis!“ (lat.: Möge die Eumavia Löwens stets leben, wachsen und gedeihen).

Flasche mit dem Wahlspruch Virtus, Scientia, Amicitia

Aufnahme neuer Mitglieder, Taufe und Biernamen

Ursprünglich bestand die Aufnahme neuer Mitglieder in die Eumavia, wie bei deutschen Studentenverbindungen üblich, aus einem dreiteiligen Ritual mit Fuchsung (Aufnahme) zum Erstsemesterbeginn, Brandung (Bewährung) zum Zweitsemesterbeginn und Burschung (Vollmitgliedschaft) zum Zweitsemesterende. Diese fanden während Kneipzeremonien statt und setzten neben lustiger Körperbetätigung (wie z. B. Entenmarsch etc.) ein Bekennen zur Verbindung und eine Verinnerlichung deren Geschichte und Traditionen voraus. Heute besteht die Aufnahme neuer Mitglieder, die mittlerweile nicht mehr „Fuchs“, sondern „Bleu(ette)“ (frz. für Neuankömmling, wörtlich: Blaue(r)) genannt werden, noch stets aus einem dreiteiligen, jedoch an belgische Studententraditionen angepassten Ritual: „Parrainage“ (Wahl eines Taufpaten) zum Erstsemesterbeginn, Beginn der „Bleu-Zeit“ zum Zweitsemesterbeginn und Taufe rund zwei Monate später zum Zweitsemesterende.

Auch werden diese Etappen nicht mehr während Kneipen abgehalten und orientieren sich stärker an der wallonischen Studententaufe. Im Gegensatz zu den meisten anderen belgischen Studentenvereinigungen sieht man bei der Eumavia jedoch von sogenannten „Bleusailles“ ab und lässt die Taufe spät im zweiten Semester, am Jahresende, stattfinden, damit die Neuen genügend Zeit haben, sich ans Leben an der anderssprachigen Universität zu gewöhnen und sich in die Verbindung zu integrieren. Die geschichtliche Auseinandersetzung mit der Verbindung ist zudem fortan mit der sogenannten Corona verbunden (s. hierunter). Früher wie heute führen getaufte Eumaven einen sogenannten Bier- oder Taufnamen, der dem Getauften vom Taufpaten (früher: Biervater) gegeben wird und der dessen Charakterzüge oder Studentenerlebnisse widerspiegelt.

Kneipe der Eumavia bei Kerzenschein

Kneipen und Coronae

In der Kneipkultur der Eumavia unterscheidet man zwischen Kneipen und Coronae. Beide finden mehrmals im akademischen Jahr statt und umfassen das Abhalten von sogenannten Bierzeremonien nach Kneipenregeln, das Singen von studentischem Liedgut und das Präsentieren von Vorträgen zur allgemeinen Unterhaltung. Coronae unterscheiden sich von Kneipen, insofern sie sich vorrangig mit den Anwärtern auf das Tragen einer Calotte beschäftigen. Letztere versuchen dabei meistens im zweiten Studienjahr, die bereits calottierte Versammlung von ihrer Auseinandersetzung mit der Geschichte und den Traditionen der Vereinigung sowie von ihrer Motivation für das Tragen dieser studentischen Kopfbedeckung, die für humanistische Werte steht, zu überzeugen.